Neuer Reisebericht Sommer 2007:
Die "Erlebnisreise durch Osttibet und Lhasa mit Monika Köck" von diesem Sommer war sehr erlebnisreich und ein voller Erfolg. Lesen Sie einen Ausschnitt aus dem Reisebericht!
...hier einige Photos des Jubiläumsfestes in Gyalthang...
Behind the stage Bubble gum Dancing girls Losang and fans Lithang girls Lithang gang Horse riding The art of horse riding
Für alle Interessierten, die sich vorstellen können auf eine Tibetreise zu gehen: Bei Interesse bitte unter info@tendol-gyalzur-tibet.ch melden und das Interesse anbringen.
Sommer 2006 - Auszug aus dem Reisetagebuch:
4. Reisetag
Gefrühstückt wird einheimisch mit Reiscongee, Pickels, Baoze und gekochten Eiern. Der Himmel erhebt sich in tiefem Blau über unseren Häuptern, die Sonne versteckt sich noch hinter den bewaldeten Felsen. Um den riesigen Menschenmengen am Eingang des Nationalparks Jiuzaighou (720 km2 gross, vor ca. 10 Jahren gegründet) zu entgehen, trachten wir um 7h30 dort zu sein. Jemand, der nicht hier war, kann sich wahrscheinlich keine Vorstellung davon machen, welche Massen von chin. Touristen hier Tag für Tag durchgeschleust werden (an normalen Tagen sind es ca. 10.000, während der Saison im Oktober bis zu 30.000 Touristen täglich). Der Shuttlebus bringt uns ganz nach oben bis zum Urwald. Leider darf man sich nur auf angelegten Stegen bewegen, aber die Landschaft entschädigt einen für all das, ein unbeschreiblich schönes Bergtal liegt vor uns. Wir wandern fast die ganze Strecke talabwärts und sind ca. 10 Stunden unterwegs. Am Weg treffen wir immer wieder auf kleine Seen, die jeder für sich in verschiedenen Farben leuchtet. Ich bin überwältigt von dieser Schönheit.
Etwas lädiert erreichen wir am Abend unser Hotel: Andrea ist ausgerutscht und neben dem Steg ins Wasser gefallen, dabei verletzte sie sich ihr Knie so stark, dass wir die Blutung nur mit Mühe stillen konnten. Unser Freund wurde von seinen Knieschmerzen eingeholt, ich rutschte bei einem Wasserfall aus und kam auf meiner rechten Seite zu liegen, ein riesiger Bluterguss war die Folge.


7. Reisetag
Am Eingang vom Silbertal (am Weg zum 4-Mädchen-Berg) machen wir Halt und wandern talaufwärts dem Fluss entlang, nach etwa 30 Minuten ist der Steig abgerutscht und eine behelfsmässige Holzbrücke bietet eine Weiterführung, für uns ist es aber zu gefährlich. Wir finden einen idyllischen Platz am reissenden Fluss mit schwarzem Sand, dort lassen wir uns nieder und strecken unsere müden Füße ins ziemlich kalte Wasser. Riesige Flusssteine liegen dort zahlreich herum, es scheint ein sehr guter Platz zu sein, denn unser Geist wird klarer und die Energie kommt geballt zurück. Letztendlich finden Andrea und Judith noch Goldsteine, die Aufregung ist gross.
Weiter geht es einen Pass hinauf auf ca. 4500 m Höhe, die Landschaft wird zunehmend schöner und gewaltiger. Je höher wir kommen, desto unzähligere Bergketten sehen wir in der Ferne. Judith schreit höchst erfreut auf, sie hat den seltenen blauen Mohn, der nur im Himalayagebiet vorkommt, gesehen. Wir halten an und ich kann meinen Augen nicht trauen, rund um uns ist es blau, so viele Mohnpflanzen habe ich noch nie auf einem Platz gesehen.
10. Reisetag
Der Zustand der Strasse nach Lithang lässt sehr zu wünschen übrig, man hat den Eindruck, dass sie um die Löcher in der Strasse herum asphaltieren. Die wunderbare Landschaft entschädigt für die Unannehmlichkeiten während der Fahrt. Judith und unserem Freund geht es heute eher schlecht, erschwerend kommt dazu, dass wir über zwei sehr hohe Pässe fahren (4700m und 4900 m) und dazwischen bewegen wir uns meist auf etwa 4000 m Höhe. Am späten Nachmittag erreichen wir den letzten Pass und sehen in der Ferne bereits die weite Hochebene von Lithang (4070 m), wo in den kommenden Tagen das berühmte Reiterfest stattfinden wird. Eine Zeltstadt mit ca. 1000 Zelten erblicken wir ausserhalb der Stadt. Andrea und ich jauchzen laut auf, so gross ist die Freude hier zu sein.
Nächsten Tag treffen wir einige bekannte Tibeter, es ist ein Gefühl von Vertrautheit in der Luft.
11. Reisetag
Als Mitarbeiterinnen des Kinderhilfswerkes sind wir für die Eröffnungszeremonie des Reiterfestes auf die Ehrentribüne eingeladen, wir haben dabei ein etwas gemischtes Gefühl; so viele "Offizielle" sind um uns herum, wir lassen es über uns ergehen.
Nach dem Mittagessen beginnt dann das Reiterfest. Ich bin überwältigt von den Khampas hier, so viele interessante und beeindruckende Tibeter auf einen Haufen habe ich noch nie gesehen. Fast fürchte ich, dass bei mir die "Khampatitis" zurückkommt, von der ich mich geheilt meinte - na ja!? Der Pferdehandel ist hier beim Reiterfest auch noch extrem sehenswert, alles ist eigentlich unbeschreiblich, man muss es selbst erleben.



15. Reisetag
Wir sind bei den Drei Heiligen Bergen angekommen (unter den 24 heiligen Plätzen des Weltbuddhismus belegt das Gebiet der Drei Heiligen Berge den 11. Platz). Die Nacht verbrachten wir im Zeltlager auf 4200 m Höhe. Toiletten gibt es in Tibet zwar, aber für unsere Verhältnisse einfach nicht aufsuchbar, so geht man immer in die Natur, so auch diesen Morgen. Aber dieses Mal war es ein besonderes Erlebnis: am Hang, ein Bergpanorama vor mir in tiefem Rot getaucht, unglaublich schön, nur kalt, es hat um die null Grad, die Wiesen sind gefroren. Das Wetter ist uns fast die gesamte Reise hold, fast immer Sonnenschein mit ganz wenigen Wolken.
Erst wandern wir durch sumpfige Blumenwiesen, wo Pferde grasen; dann steigt der Weg leicht an auf eine zweite Ebene voll mit gelben Blumen wie ein Teppich; dann steigt es immer weiter an bis wir auf einem engen und extrem steilen Steig ankommen. Ich schnaufe teilweise wie ein Walross und muss immer wieder stehen bleiben und meinen Puls beruhigen. Aber das Ziel ist es Wert hinaufzusteigen: der Milchsee und noch weiter oben der 5-Farben-See auf ca. 4700 m. Das Gefühl überwältigt mich, es ziemlich windig und kalt hier oben, aber wir stehen mitten zwischen den Drei Heiligen Bergen, den 6032 m hohen Mt. Chenrezi im Norden, den 5958 m hohen Chakna Dorje im Osten und den 5958 m hohen Mt. Jampeyang (meinen absoluten Lieblingsberg) im Süden, alle drei zum Greifen nah. Der Abschied fällt schwer, aber es ziehen sehr dunkle Wolken auf und wir müssen den steilen steinigen Weg noch absteigen.


20. Reisetag
Ca. um 10h00 landen wir aus Gyalthang kommend in Lhasa am Flughafen und müssen feststellen, dass unser Gepäck erst mit dem nächsten Flug um 12h20 ankommen wird, so müssen wir hier warten und Daumen drehen.
Seit 1.7. fährt die Eisenbahn nach Lhasa, unser Freund erzählt uns, dass damit täglich 1500 bis 2500 mehr chin. Touristen in die Stadt kommen; ich habe schon Angst, dass Lhasa völlig überfüllt sein wird und wie es sich im letzten Jahr überhaupt verändert hat. Die Fahrt in die Stadt zeigt uns schon, wie weit in den Westen Neu-Lhasa (rein chinesisch) gewachsen ist. Glücklicherweise ist das Zentrum um den Jogkhang so geblieben, wie ich es kenne und die tibetischen Pilger um den Barkhor sind zahlreich wie immer. Wir wohnen wie die letzten im Hotel Mandala, das direkt in der autofreien Zone und auf dem Barkhor liegt; hier hat man noch das Flair von Tibet, auch in der umliegenden Altstadt.


Die Zeit mit unseren Waisenkindern ist zwar kurz, aber sehr intensiv, ich freue mich besonders, dass ich dieses Mal auch unsere „grossen" Kinder antreffe, die ansonsten in den höheren Schulen bzw. Lehrausbildungen im Land verstreut weilen und teilweise schon einer Arbeit nachgehen.
Morgen fliegen wir am Nachmittag über Chengdu nach Peking und am Montag dann zurück nach Wien. Eine wunderschöne Reise durch "mein Tibet" geht leider wieder zu Ende. Viele Fotos sind im Kasten und Erzählungen warten berichtet zu werden.
(Monika Köck)